Springen Sie direkt:



 

Bestehen Sie also nicht bei jedem Gericht darauf, dass die Kinder es essen. Probieren aber sollte möglich sein. Vielleicht schmeckt’s ja doch? Wenn nicht, gibt es Alternativen: Kinder, die keinen Käse mögen, essen vielleicht Quark, wer kein Obst mag, isst eventuell Gemüse. Erwachsene essen ja auch nicht, was ihnen nicht schmeckt. Respektieren Sie genauso die Vorlieben der Kinder. Die meisten Kinder lieben es süß. Die Vorliebe für Süßes ist aus gutem Grund angeboren. Denn Muttermilch schmeckt süß. In Maßen ist gegen Süßigkeiten auch nichts einzuwenden. Mit den Kindern können Regeln für Süßes eingeführt werden: Was, wann und wie viel darf genascht werden? Hin und wieder können süße Speisen als Hauptspeise angeboten werden. Ein kleiner süßer Nachtisch darf ein ausgewogenes Essen abrunden. Süßigkeiten sollten aber nicht als Belohnung oder Trost eingesetzt werden. Überprüfen Sie auch Ihr eigenes Essverhalten. Wer selbst ständig nascht oder Frust mit Schokolade bekämpft, muss sich nicht wundern, wenn Kinder dasselbe tun. Für den „kleinen Hunger zwischendurch“ kann ein Teller mit Obst und Gemüse in mundgerechten Stücken große und kleine Leckermäuler überlisten. Kinder dürfen weitgehend selbst entscheiden, wie viel sie essen. Im Allgemeinen haben sie ein gutes Gefühl dafür, wann sie hungrig und wann sie satt sind. Wenn ein Kind mal „schlecht isst“, besteht im Allgemeinen kein Grund zur Sorge, ebenso wenig, wenn es mal einige Tage lang richtig zulangt. Erst wenn solches Essverhalten längerfristig anhält, sollten Sie aufmerksam werden.

 

Gemeinsam einkaufen und kochen


Kinder, die beim Beschaffen und Zubereiten von Nahrung mitbestimmen dürfen, lernen deren Wert kennen und haben weniger Grund, zu mäkeln. Gemeinsam können Speiseplan und Einkaufsliste der Woche besprochen und Aufgaben verteilt werden. Jeder darf sich etwas wünschen und jeder muss eine Aufgabe übernehmen. Wenn Kinder beim Einkaufen dabei sind, lernen sie von klein auf, worauf dabei zu achten ist. Im Garten können Kinder sich selbst um Gemüse kümmern. Kräuter gedeihen auch auf dem Balkon oder der Fensterbank. Lassen Sie die Kinder bei der Zubereitung von Nahrung helfen: Schon die Kleinen können Salat waschen und kleinzupfen, Brote schmieren, Teig ausrollen und belegen, Zutaten abmessen. Schon ab etwa drei Jahren können Kinder mit einem (stumpfen) Messer Obst und Gemüse schneiden und mit sechs Jahren einfache Rezepte nachkochen. Da Essverhalten durch Nachahmung gelernt wird, spielen nicht nur die Worte, sondern vor allem das Verhalten von Eltern, Erziehern und Lehrern eine große Rolle. Nur wenn sie an den Mahlzeiten teilnehmen, sind sie glaubwürdig. Die soziale Bedeutung gemeinsamer Mahlzeiten ist nicht zu unterschätzen. Gemeinsame Mahlzeiten geben Geborgenheit. Versuchen Sie, in der Familie gemeinsam zu essen. Wenigstens einmal täglich sollte es eine Mahlzeit geben, für die sich alle Zeit nehmen, ohne Telefon und Fernsehen. Kinder sollen nicht alleine essen, selbst wenn Geschwister zu unterschiedlichen Zeiten aus Kita oder Schule kommen. Auch aufgewärmtes Essen ist in Gesellschaft und liebevoll angerichtet bekömmlicher. Denn schließlich ist Essen mehr als Nahrungsaufnahme: Essen hält Leib und Seele zusammen. Das sollten Kinder von Anfang an erfahren.

zurück

 

Text: Rosemarie Portmann
Fotos: iStockphoto

 

Weitere Themen:

Mit Humor erzieht sich's leichter - Gelassenheit und Humor können im Erziehungsalltag wahre Wunder vollbringen.

So machen Sie Ihr Kind fit für die Schule - Wie Sie Ihrem Kind den Schulstart erleichtern

Was macht der Dino in der Kirche? - Wie der Gottesdienstbesuch mit Kindern gelingt

 

topJump
topJump