Wenn der Beruf auch Berufung ist
Schwache Kinder stark machen: Die Lehrerin
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Birgit Hansjosten will in ihrem Beruf als Lehrerin viel mehr, als „nur“ Wissen vermitteln. Als Religionslehrerin im Sonderschulbereich hat die 38-Jährige oft mit Kindern zu tun, die aus schwierigen Verhältnissen kommen oder eine Lernbehinderung haben. Diese Kinder, meint Birgit Hansjosten, hätten es nicht so einfach wie andere Kinder. „Mir ist es immer wieder wichtig, gerade diesen Schülern zu vermitteln: Ihr seid wichtig, ihr seid von Gott geliebt und angenommen, ihr tragt einen großen Schatz in euch“, erklärt die Lehrerin an der Anne-Frank-Schule im baden-württembergischen Wendlingen.
Mit ihrem Beruf hat Birgit Hansjosten, die selbst Mutter von drei Jungen ist, ihren Traumjob gefunden. „Mich erfüllt die Arbeit“, sagt sie. Besonders schätzt sie auch die gute Atmosphäre im Lehrerkollegium. Jeder könne dort seine unterschiedlichen Begabungen einbringen, meint sie. „Alle unterstützen und schätzen sich.“
Neben ihrer Tätigkeit als Lehrerin engagiert sich Birgit Hansjosten ehrenamtlich an ihrer Schule als Schulseelsorgerin. Sie bereitet Gottesdienste vor, spricht mit den Kindern über Fragen des Lebens und hat generell ein offenes Ohr für die Schüler und für die Kollegen.
Sein Büro ist die Straße: Der Streetworker
Bei gefühlten minus 20 Grad oder 35 Grad im Schatten ist Diplom-Sozialpädagoge Markus Blaszczyk (26) in der bayerischen Landeshauptstadt unterwegs und besucht Obdachlose an ihrer „Platte“. So wird der Schlafplatz von wohnungslosen Menschen genannt, die der Münchener als Streetworker betreut„Wir sind das letzte Auffangnetz, das es für die Wohnungslosen gibt Unser Eindruck ist, dass sie oft nicht mehr, wollen können‘, sie haben keine Kraft mehr, etwas an ihrer Situation zu verändern. Wir versuchen, ihnen diese Kraftwiederzugeben. Unsere Aufgabe ist es, aus den vielen Angeboten der Wohnungslosenhilfezu sondieren, was zu den Menschenpasst, immer wieder hinzugehenund mit ihnen gemeinsam Perspektiven in Richtung eines Lebens weg von der Straße zu entwickeln. Für mich ist es ein Traumjob, auch wenn man dafür schon ein wenig Idealismus benötigt. Ich handle aus meinem christlichen Menschenbild heraus: Jeder Mensch ist es wert, dass ihm geholfen wird.“
Da sein und zuhören: Der Diplom-Theologe
Diplom-Theologe Helmut Reuter (52, links im Bild) ist betrieblicher Seelsorger im Klinikum Ingolstadt. Für die Mitarbeiter ist er Zuhörer und die „gute Seele im Haus“. „Ich bin Ansprechpartner für die verschiedensten Sorgen und Probleme der über 3.000 Beschäftigten. Für die einen bin ich Krisenmanager in schwierigen, belastenden Situationen vor Ort, wie bei Suizid eines Patienten, bei schwerstverletzten Unfallopfern oder bei jungen, unheilbar erkrankten Menschen. Für die anderen bin ich Konfliktberater, etwa bei Problemen mit Kollegen oder Vorgesetzten, oder einfach nur Tröster bei einem persönlichen Schicksal. Meine Berufung sehe ich im eigenen „Da sein“. Ein klein wenig spüren oder ahnen zu lassen von dem „Da sein“ unseres Gottes gerade dort, wo Menschen sich nach Trost, Halt und Güte sehnen.“
Auf den Spuren der Vergangenheit: Die Restauratorin
Ihr Werkzeug sind Hammer und Meißel. Oft benutzt Monika Voss-Raker aus Werl auch Zahnarztbesteck oder Skalpell, manchmal auch nur ihre Hände. Die 45-jährige Mutter von zwei Kindern ist seit 25 Jahren Restauratorin alter Kunstobjekte. „Ich arbeite oft in und für die Kirche. Dort genieße ich die alte Substanz, die Geschichtsträchtigkeit der Räume. Das fängt mich auch oft während der Restauration vor Ort ein. Ich halte mich gerne in sakralen Räumen auf, genieße die Ruhe und die Entschleunigung. Manchmal findet man in Skulpturengewändern oder in Altären kleine Kreuze oder Marienabbildungen, die dort hinterlegt wurden. Es erfüllt mich, bei der Arbeit die Geschichte des Objektes zu erforschen, Veränderungen wahrzunehmen und mitzukriegen, wie bemüht jede Zeit mit der Kunst umgegangen ist.“