Ratgeber
Wieviel Taschengeld ist angemessen?
Meine Enkelin (16) bekommt von ihren Eltern pro Monat 100 Euro Taschengeld. Was sie damit macht, ist ihr überlassen. Alle notwendigen Dinge wie Kleidung oder Schulmaterial werdenvon den Eltern bezahlt. Ich halte diese Summe für viel zu hoch, zumal meine Enkelin auch nicht spart, sondern das ganze Geld verbraucht. Was ist Ihrer Ansicht nach ein angemessenes Taschengeld in diesem Alter? - Anna Stier, Fürstenfeldbruck
Sr. Elisabeth Siegl: Auch ich bin der Meinung, dass 100 Euro pro Monat viel zu viel sind, noch dazu, wenn sie alle notwendigen Dinge ohnehin schon von den Eltern bekommt. Ich denke, ein vernünftiger Taschengeldbetrag hängt von der Lebenssituation der Familie ab und davon, ob bzw. wofür die Tochter/der Sohn selbst verantwortlich ist. Mit einer 16-jährigen Tochter/einem 16-jährigen Sohn könnten die Eltern gemeinsam . „durchrechnen“, wieviel sie/ er wofür braucht und wofür sie/er das Geld ausgeben muss oder kann. Mit 100 Euro könnte ihre Enkelin sicherlich selbst für das Schulmaterial und den Kleidungsbedarf sorgen. Vielleicht täte ihr dies sogar gut, um zu lernen, mit dem Geld selber zu wirtschaften, und zu merken, dass das Geld nicht einfach nur da ist, sondern auch überlegt ausgegeben werden sollte.
Ist unser Sohn für einen Urlaub mit seiner Freundin noch zu jung?
Unser Sohn (17) möchte Pfingsten alleine mit seiner 16-jährigen Freundin für eine Woche nach Mallorca fliegen. Wir sind nicht sehr begeistert, weil wir finden, dass die beiden für so einen Urlaub zu zweit noch zu jung sind. Sind wir zu vorsichtig? Können wir ihm sein Vorhaben einfach verbieten? - A. und R. Mittmann, Berlin
P. Franz-Ulrich Otto: Ihre Sorgen kann ich gut nachvollziehen, auch die Zwickmühle, in der Sie sich befinden. Zum einen: Sie können Ihrem Sohn diese Fahrt nicht einfach erlauben, weil natürlichauch rechtliche Probleme im Weg stehen. Zum anderen wird er ein Verbot von Ihnen als Einschränkung und Bevormundung verstehen. Diese Zwickmühle sollten Sie ihm darlegen und mit ihm darüber ins Gespräch einsteigen. Natürlich wird die Beziehung, die Sie zu ihm haben, dabei sehr entscheidend sein. Besteht ein gutes Vertrauensverhältnis, dann werden Sie sicherlich eher mit ihm ins Gespräch kommen; ist dieses Vertrauensverhältnis insgesamt eher strapaziert, dann wird es sicherlich schwieriger. Es ist wichtig, den Dialog mit ihm zu suchen und ihn zu bitten, sich auch in Ihre Situation zu versetzen, wodurch Sie ihn ernst nehmen und zum Mitdenken einladen. Fragen Sie ihn dabei nach den Motiven, die ihn zu einer solchen Reise veranlassen. Meines Erachtens sollten Sie ihm dabei auch o. en zu verstehen geben, dass Sie in diesem Fall eine Grenze setzen müssen und keine Erlaubnis geben können, aber andererseits bereit sind, nach einer anderen Lösung zu suchen. Vielleicht liegt ein Kompromiss darin, dass Sie einen gemeinsamen Urlaub planen, an dem auch seine Freundin teilnehmen kann. Natürlich sollten Sie versuchen, mit ihm und seiner Freundin gemeinsam über ihre Beziehung zu sprechen, letztendlich den beiden aber nicht absprechen, dass sie verantwortlich miteinander umgehen.
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