So machen Sie Ihr Kind fit für die Schule Viele Fähigkeiten, die ein Schulkind beherrschen sollte, lernt es nebenbei. Ein guter Wortschatz, die Beweglichkeit von Händen und Fingern und das genau Hinsehen gehören dazu. Dennoch können Eltern ihr Kind gezielt fördern. Wie Sie Ihrem Kind den Schulstart erleichtern und dazu beitragen können, dass der „Ernst des Lebens“ mit viel Spaß beginnt.
Kann ich heute in die Schule?“, fragt der sechsjährige Lukas jeden Morgen. Er freut sich schon sehr auf den ersten Schultag. Nur manchmal kommen ihm Zweifel, wenn die Oma vom „Ernst des Lebens“ spricht und ihm erklärt, dass er als Schulkind wenig Zeit zum Spielen hat und alles viel strenger wird. In diesem Zwiespalt befinden sich viele Kinder. Die meisten jedoch sehen dem Start mit guten Gefühlen entgegen und sind stolz, bald stärker der Welt der Erwachsenen anzugehören. Letztlich ist die Schule ja auch in jeder Hinsicht eine Vorbereitung auf das Leben. Manche Dinge kann die Schule dem Kind und dem Elternhaus jedoch nicht abnehmen. Es gibt Fähigkeiten, sogenannte Vorläuferfähigkeiten, die ein Kind beherrschen sollte, wenn es in die Schule kommt.
Zuhören und Hinsehen
Dazu gehört zum Beispiel, dass ein Kind richtig sprechen kann und einen guten Wortschatz hat, dass es Körper, Hände und Finger gezielt bewegen kann, dass es sich längere Zeit auf etwas konzentrieren kann – auch wenn es langweilig wird. Zwei wichtige Fähigkeiten für ein Schulkind: Zuhören und Hinsehen. Wenn ein Kind in die Schule kommt, sollte es laut und leise unterscheiden können, lange Töne von kurzen Tönen, und in der Lage sein, aus den Geräuschen in seiner Umgebung ein bestimmtes herauszufiltern, beispielsweise die Stimme des besten Freundes auf dem Spielplatz. Ebenso wichtig ist es, genau hinzusehen. In der Schule ist es nicht egal, ob ein E seine Querstriche rechts oder links hat. Da heißt es, auch auf Feinheiten zu achten. Das gilt ebenso bei der Größe, Farbe oder Form von Gegenständen. In einer Rechenaufgabe kann es entscheidend sein, ob alle roten Plättchen oder nur die runden roten Plättchen gezählt werden müssen. Das genaue Hinsehen üben Kinder nebenbei, wenn sie Bilder anschauen. Eltern können diese Fähigkeit aber auch besonders fördern, etwa, indem sie mit den Kindern beim Aufräumen Bausteine sortieren. Wie das Sehen und Hören lernt ein Kind auch die anderen Vorläuferfähigkeiten nebenher. Je nach Umgebung, in der ein Kind aufwächst, ob Großstadt oder Bauernhof, Etagenwohnung oder Bungalow, sind sie jedoch mehr oder weniger ausgeprägt, das bemerken Volksschullehrer immer wieder. Es ist also durchaus sinnvoll, ein Kind in der Zeit vor der Einschulung genau zu beobachten und manche Fähigkeiten besonders zu fördern. Eine wichtige Fähigkeit, die im Alltag manchmal zu kurz kommt, ist die Vorstellungskraft. Vorgefertigte Spielszenarien und Bildmedien ersparen den Kindern oft, eigene Ideen zu entwickeln. Dabei könnten wir ohne Vorstellungskraft weder lesen noch rechnen. Sie sorgt dafür, dass wir die Buchstaben H U N D im Kopf in einen Hund verwandeln oder eine Mathematikaufgabe wie „in einer Schale liegen fünf Äpfel, Sina isst einen Apfel“ verstehen.
Die Sprache: Grundbaustein für den Lernerfolg
Als Eltern können Sie die Vorstellungskraft fördern, indem Sie Geschichten erzählen oder sich gemeinsam Geschichten ausdenken und vor allem, indem Sie Ihrem Kind viele unterschiedliche Erlebnisse ermöglichen, bei denen es neue Dinge sieht. Das kann ein Zoobesuch oder die Besichtigung der Feuerwehr, ein Rundgang durch ein Museum oder der Urlaub auf dem Bauernhof sein. Solche Erlebnisse sind zugleich ein guter Anlass, viel mit dem Kind zu sprechen. Denn die Sprache ist ein Grundbaustein für den Lernerfolg – und zwar nicht nur für den Deutschunterricht. Ein Kind, das richtige Sätze sprechen kann und einen großen Wortschatz hat, fühlt sich sicherer und hat mehr Selbstvertrauen, es kann sich mit Worten verteidigen und muss nicht auf seine Fäuste zurückgreifen, es knackt Textaufgaben leichter und meldet sich häufiger. Nicht umsonst gibt es inzwischen Sprachtests schon vor der Einschulung, um Kinder gerade in diesem Bereich rechtzeitig zu fördern. Also: Sprechen, lesen, reimen und singen Sie mit Ihrem Kind. Damit fördern sie es und haben gleichzeitig selbst viel Spaß. Und mit Spaß – das gilt für große und kleine Lerner – geht alles leichter!
Text: Birgit Ebbert
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