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Traumjob Erzieherin? Erzieherinnen hießen früher Kindergärtnerinnen. Was sie taten, schien einfach zu erklären: mit Kindern spielen. Inzwischen hat das Thema Bildung in der Gesellschaft einen hohen Stellenwert bekommen. Das hat auch das Selbstverständnis des Berufsstandes verändert. Warum Erzieherinnen eine Menge Idealismus brauchen, weshalb das Ansehen des Berufs in der Gesellschaft nur langsam zunimmt und warum sie

Morgens geben sich bei uns immer die Menschen die Klinke in die Hand“, sagt Elke Andersen mit einem entschuldigenden Lächeln. „Ich bin sofort da.“ Die 51-Jährige verabschiedet an ihrer Bürotür zwei Kolleginnen, reicht einer Mitarbeiterin einen Stapel Unterlagen und wuschelt mit einem „Guten Morgen, Simon“

Kita-Managerin mit Leidenschaft. Elke Andersen liebt ihren Beruf
einem kleinen Blondschopf in Strumpfhosen durch die Haare, der sich verstohlen blinzelnd zum Schreibtisch geschlichen hat. Dann hat sie Zeit für ein Gespräch.

Elke Andersen ist Managerin. Kita-Managerin. Ihr offizieller Titel lautet Einrichtungsleitung. Sie ist verantwortlich für eine städtische Kindertagesstätte in Stuttgart-Zuffenhausen mit 184 Plätzen und 32 Mitarbeitern. Die Kinder werden in zehn Gruppen in den Bereichen Krippe, Kindergarten und Hort betreut. Die Einrichtung liegt in einem bürgerlichen Umfeld an der Grenze zum Stadtteil Rot, der als sozialer Brennpunkt bekannt ist.

Elke Andersen, die sich nach ihrer Erzieher-Ausbildung zur Motopädagogin und später zur Heilpädagogin weitergebildet hat, leitet das Haus seit seiner Gründung vor sieben Jahren. Zu ihren Aufgaben gehört es, das Personal einzuteilen und Tagespläne zu erstellen, sie muss Strukturpläne entwickeln, die Einrichtung in unterschiedlichen Gremien repräsentieren, Gespräche mit Eltern führen und dafür sorgen, dass das pädagogische Konzept des Hauses umgesetzt wird. Ein anspruchsvoller Job, den die aus der Eifel stammende Frau und selbst Mutter von vier erwachsenen Kindern mit Idealismus und Leidenschaft betreibt.

Als Kita-Managerin trägt Elke Andersen statt eines Business-Kostüms eine olivgrüne Strickjacke mit einer farblich passenden Holzperlenkette. Statt von Kundenorientierung spricht sie von Wertschätzung, ihr Ziel sind keine hohen Renditen, sondern fröhliche Kinder und glückliche Eltern. „Die Familien hier sind unser Maßstab“, erklärt Elke Andersen. „Wenn die Familien zufrieden sind, dann haben wir unseren Maßstab erreicht.“Damit das gelingt, hat die Leiterin mit ihrem Team eine Haltung entwickelt, die das Handeln und die Atmosphäre im ganzen Haus prägen soll. „Jeder Mensch ist wertvoll und wichtig“, lautet dieser Grundsatz, „jeder entdeckt die Welt auf seine eigene Art.“ Mit dieser Haltung will Andersen den Kindern, den Kolleginnen und vor allem den Eltern begegnen.

Eine „professionelle“ Haltung nennt sie das und die „größte Herausforderung für Erzieherinnen überhaupt“. Das  Menschenbild, das hinter dieser Einstellung steht, ist auch vom christlichen Glauben der 51-jährigen Protestantin geprägt. weiter...


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