Was passiert bei der Taufe?
Hallo Kinder,
Erinnert ihr euch noch an meinen ersten Brief an euch? Da habe ich mich vorgestellt und meinen Namen verraten: Stefanie. Diesen Namen haben meine Eltern bei meiner Taufe für mich ausgesucht. Er soll an den heiligen Stephanus erinnern. Viele Eltern geben ihren Kindern den Namen eines Heiligen. Dieser besondere Mensch ist dann ihr Namenspatron. Kennt ihr auch euren Namenspatron? Fragt doch mal eure Eltern, nach wem ihr benannt seid.
Bei der Taufe bekommt man also seinen Namen. Aber was passiert da eigentlich sonst noch? Das wollte ich mir mal näher ansehen, denn bei meiner eigenen Taufe war ich ja noch viel zu klein, um alles mitzubekommen. Deshalb habe ich die Taufe von Franziska besucht. Heute könnt ihr davon lesen.
Eure Steffi und Tobi
Das passiert bei der Taufe
Willkommen in der Gemeinde
Bevor die Taufe beginnt, holt der Priester die Eltern und das Kind an der Kirchentüre ab. Er macht dem Kind ein Kreuzzeichen auf die Stirn. Das ist so etwas wie ein Willkommensgruß. Gemeinsam ziehen dann alle in die Kirche zum Taufbecken ein. Mit dem Glaubensbekenntnis versprechen die Eltern, an Gott zu glauben und den Glauben an ihr Kind weiterzugeben.
Wasser für ein neues Leben
Der Priester fragt die Eltern, wie sie ihr Kind nennen möchten. Nun bekommt Franziska ihren Namen. Danach Kopf mit Wasser, denn das Wasser ist ein Zeichen für neues Leben. Zur Zeit Jesu wurden erwachsene Menschen zur Taufe komplett ins Wasser eingetaucht, um sich symbolisch von allem Schlechten reinzuwaschen. Dazu sagt der Priester: „Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen."
Mit Öl gesalbt
Das getaufte Kind wird mit Chrisam-Öl gesalbt. Das Öl soll an die Salbung von Königen, Priestern und Propheten erinnern. Franziska wird also behandelt wie eine sehr wichtige Person. Gleichzeitig bedeutet die Salbung, dass Franziska nun den Heiligen Geist empfängt und Jesus so immer bei ihr ist.
Ein weißes Kleid
Das weiße Kleid, das Franziska bekommt, ist ein Zeichen der Reinheit und ein Symbol für das neue Leben in der Gemeinschaft mit Gott. Mit dem weißen Kleid erinnern sich die Eltern und später auch Franziska an dieses neue Leben. Ein weißes Kleid wird zum Beispiel auch bei der Erstkommunion oder der Hochzeit getragen.
Die Taufkerze
Vor der Tauffeier haben Franziskas Eltern eine Taufkerze gebastelt. Diese wird nun vom Priester an der Osterkerze angezündet. Das Licht ist ein Zeichen für Jesus. Er will die Welt etwas heller und fröhlicher machen. Und Franziska wird nun auch so ein Licht in der Welt sein - die Kerze soll sie immer wieder daran erinnern.
Der Segen
Zum Schluss bekommt die kleine Franziska noch den Segen in Verbindung mit dem Effata-Ritus. „Effata" bedeutet „Öffne dich!" - Der Priester berührt den Mund und die Ohren von Franziska, damit diese sich für das Wort Gottes öffnen und sie es weitergeben kann. Der Ritus erinnert an Jesus, der so die Taubstummen geheilt hat. Nach dem Segen ist die Tauffeier zu Ende. Franziska gehört nun zur großen Gemeinschaft der Christen.
Text: Stefanie Singer
Illustrationen: Liliane Oser
Fotos: Klaus D. Wolf
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