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Was ist eine Hostie?

 

Hallo Kinder!


Als ich so alt war wie ihr, habe ich mit meinen Freunden oft selbst ausgedachte Spiele gespielt. Wir haben dann Menschen und Situationen nachgespielt, die wir irgendwie besonders fanden, zum Beispiel den Pfarrer in der Kirche. Das wichtigste am Pfarrer-Spielen war für uns das Hostien-Austeilen. Aber es waren natürlich gar keine richtigen Hostien, sondern die Oblaten aus Mamas Backregal. Wir haben uns einfach hingestellt und gesagt: „Der Leib Christi", und uns die Oblaten so wie der Pfarrer im Gottesdienst gegenseitig in die Hand gegeben.


Was ich aber damals nicht verstanden hatte: Zu Hause ist die Oblate gar keine Hostie und schon gar nicht der Leib Christi. Warum eigentlich? Was ist an einer Hostie anders als an einer Oblate? Warum bekommen im Gottesdienst kleinere Kinder keine Hostie? Und woher kommen eigentlich die Hostien? Diesen Fragen wollte ich schon lange mal auf den Grund gehen. Und deswegen war ich in einer Hostienbäckerei in Kevelaer und hab mir angesehen, wie Hostien hergestellt werden.


Euere
Steffi und Tobi

 

 

 

In der Hostienbäckerei


Gleich am Anfang stehe ich vor einer riesigen Maschine mit vielen Rohren, Schläuchen und großen Behältnissen. Dort werden Wasser und Mehl zu einem Teig zusammengerührt. Wasser und Mehl sind die einzigen Zutaten, die für die Hostien verwendet werden.

 

 

 

 

 

Vorsicht, zerbrechlich!

 

Der Teig wird auf heiße Backplatten gespritzt, die wie ein großes Waffeleisen den flüssigen Teig dünn pressen und backen. Wenn man die fertigen Hostienplatten herausnehmen will, muss man sehr vorsichtig sein, weil die Platten dünn, heiß und zerbrechlich sind. Damit sie nicht so leicht zerbrechen, werden die Platten befeuchtet.

 

 

 

Schmeckt wie Esspapier

 

Dann endlich werden aus den Teigplatten die Hostien ausgestanzt. Dabei sitzt ein Hostienbäcker an einem großen Bohrer. Er legt immer 50 Platten aufeinander und bohrt die vielen Hostien mit dem Bohrer aus. Kaputte Hostien werden aussortiert, und davon darf ich sogar eine probieren. Sie schmeckt wie Esspapier. Die fertigen Hostien werden verpackt und an Pfarreien verschickt.

 

 

Warum ist die Hostie der Leib Christi?

 

Hostie" ist ein lateinisches Wort und bedeutet Opfergabe. Sie erinnert uns an Jesus: Am Abend vor seinem Tod saß er mit seinen Freunden zusammen. Er brach Brot in Stücke, teilte es aus und sagte: „Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird."


In der Messe feiern wir dieses Brotbrechen. Wenn der Priester in der Wandlung die Worte Jesu wiederholt, glauben wir daran, dass Jesus bei uns ist. Durch diese Worte wird die Hostie geheiligt und zum Leib Christi, den wir in der Kommunion empfangen.


Dieser Augenblick ist etwas Besonderes, und man muss sich darauf vorbereiten. Erst wenn du Erstkommunion feierst, bekommst du zum ersten Mal den Leib Christi geschenkt. Bis dahin macht der Pfarrer ein Kreuzzeichen auf deine Stirn, wenn du bei der Kommunion nach vorne gehst. Das ist auch ein Zeichen, dass Jesus immer in deiner Nähe ist.

 

 

Illustrationen: Liliane Oser

Fotos: Gläserne Hostienbäckerei St. Johannes, Kevelaer

 

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