„Lebend aus der Sache rauskommen“
„Mein Vater war Wachmann in einem Elektronikladen. Er starb, als ich sechs Jahre alt war. Meine Eltern haben sich schon vorher getrennt. Ich habe noch zwei Schwestern und einen Bruder. Mein Bruder ist ein hohes Tier in einer Bruderschaft mit Namen ‚Bloods‘. Mit 13 Jahren wurde ich auch Mitglied, weil es dort regelmäßig etwas zu essen gab. Ich sitze im Knast, weil ich mit Kumpels Stromleitungen gekappt habe, die wir weiterverkauft haben. Dabei wurden wir gefasst. Im letzten Jahr haben wir vier Mitglieder aus einer anderen Gang erschossen. Seitdem denke ich viel über mein Leben nach. Ich schäme mich, dass ich meiner Familie so viel Kummer bereitet habe. Doch ich versuche, mich zu ändern: Don Bosco bietet mir die Möglichkeit, lebend aus der Sache rauszukommen, weg von den Drogen und der Gang. Ich mache eine Ausbildung zum Schreiner und lerne sogar Englisch. Inzwischen kann ich schon ein paar Sätze von ‚Fifty Cent‘ verstehen. ‚Fifty Cent‘ ist mein Lieblingsrapper. Wenn ich hier raus komme, werde ich erstmal eine eigene Schreinerei aufmachen. Ich will es schaffen. Auf jeden Fall schaffen. Und ohne Drogen.“
Niki T. (15), Insasse im „Second Chance Center“ in Kalunasan
Kein Mann in Schwarz - 24 Stunden mit Missionsprokurator Jean Paul Muller