Anerkennung durch Konsum
Bei unserem Sohn (11) ist in der Schule das Thema Kleidung enorm wichtig. Nur wer neue, teure Sachen hat, ist anerkannt. Wir können uns das nicht leisten und kaufen viel Kleidung im Second-Hand-Laden und auf dem Flohmarkt. Was können wir tun, damit unser Sohn nicht leidet?
A. Hammer, Innsbruck
P. Erich Modosch: Ich weiß, dass viele Eltern versuchen, Markenware relativ günstig im Ausland oder in Outlet-Centern einzukaufen. Aber mir scheint ein anderer Weg nachhaltiger und auch für die Zukunft Ihres Kindes besser zu sein. Stärken Sie das Selbstbewusstsein Ihres Kindes, wie zum Beispiel durch Übernahme wichtiger Aufgaben und Entscheidungen innerhalb der Familie. Ihr Sohn soll wissen, dass es nicht seine Kleidung ist, die ihn ausmacht, sondern seine Persönlichkeit.
Ein anderer Aspekt dieser Frage ist: Unsere Kleidung kommt meist aus Billiglohnländern, in denen die Arbeiter kaum bezahlt werden und oft sogar Kinder als Arbeitskraft eingesetzt werden. Es zeugt von gesellschaftlicher und globaler Verantwortung, Kleidung bewusst zu kaufen und auf übermäßigen Konsum zu verzichten. Reden Sie mit Ihrem Sohn darüber. Ihr Kind braucht viele handfeste Argumente, damit es diese auch seinen Schulkollegen weitererzählen kann.
Kinderwunsch ohne Partner
Meine Tochter, 38, wünscht sich sehnlichst ein Kind. Aber sie hatte bisher mit ihren Partnern immer Pech und die Beziehungen sind in die Brüche gegangen. Jetzt möchte sie ohne Partner ein Kind bekommen und es alleine großziehen. Ich halte das für falsch – aufgrund meines Glaubens und auch, weil ich denke, dass man so etwas einem Kind nicht zumuten kann.
L. K.
Sr. Susanne Stachl: Wenn eine Beziehung scheitert, von der man sich erhofft hatte, eine Familie gründen zu können, ist das sehr schmerzlich. Muss man diese Erfahrung wiederholt machen, ist dies oft mit einer schweren Erschütterung des eigenen Selbst verbunden. So manche Frau tut sich schwer, wieder jemandem Vertrauen zu schenken, und nimmt ihr Leben lieber selbst in die Hand. Medizinische Fortpflanzungstechnik und Teile gesellschaftlicher Öffentlichkeit leben es uns vor: Es ist machbar, sich auch ohne Mann den Kinderwunsch zu erfüllen. Die Position unserer katholischen Kirche zu dieser Frage ist eindeutig. Sie argumentiert von der Würde des Menschen her: „Die Achtung vor dieser Würde gebührt jedem Menschen, denn er trägt die eigene Würde und den eigenen Wert unauslöschlich in sich eingeprägt. Der Ursprung des menschlichen Lebens hat aber seinen authentischen Ort in Ehe und Familie, wo es durch einen Akt gezeugt wird, der die gegenseitige Liebe von Mann und Frau zum Ausdruck bringt. Eine gegenüber dem Ungeborenen wahrhaft verantwortliche Zeugung muss die Frucht der Ehe sein.“
Mit diesen Worten fasst die Kongregation für die Glaubenslehre das Anliegen zusammen – und meint damit: Das Recht des Kindes auf Vater und Mutter, die einander in der Ehe verbunden sind, darf dem sehnlichsten Wunsch einer Frau nach Mutterschaft nicht untergeordnet werden.
Ich wünsche Ihrer Tochter von Herzen, dass sie sich bei ihrer Entscheidung dieser Verantwortung bewusst ist. Und ich wünsche Ihnen, dass Sie zu Ihrer Tochter stehen können, gleich, wie sie sich entscheidet.
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